Auftakt zu Marie macht’s: AWO Bamberg lädt zum Kinoabend ein

 

Bamberg. Sie war eine Frau, die sich nicht mit den Verhältnissen ihrer Zeit abfinden wollte: Marie Juchacz, Sozialreformerin, Frauenrechtlerin und eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbewegung. Sie setzte sich für das Frauenwahlrecht und gesellschaftliche Teilhabe ein und gründete 1919 den Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt. Ihre Überzeugung, dass Menschen mehr brauchen als Fürsorge, nämlich Chancen, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, Gesellschaft aktiv mitzugestalten, prägt die AWO bis heute.

Am 21. Juli wurde diese Geschichte beim gemeinsamen Kinoabend im Odeon Bamberg im Rahmen der Kampagne „Marie macht’s“ lebendig. Mit dem Dokudrama „Die Hälfte der Welt gehört uns“ nahm die Veranstaltung die Gäste mit in eine Zeit, in der Frauen für Rechte kämpfen mussten, die heute vielfach selbstverständlich erscheinen. Der Film erzählt von Marie Juchacz und weiteren mutigen Frauen, die trotz Spott, Verfolgung und Repressionen für das Frauenwahlrecht und gleiche politische Rechte eintraten.

Die stellvertretende Kreisvorsitzende der AWO Bamberg, Prof. Dr. Franziska Süß, stimmte die Gäste mit einem Impulsvortrag auf den Film ein. Dabei stellte sie Marie Juchacz als historische Persönlichkeit und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt vor und schlug zugleich die Brücke zur heutigen Arbeit der AWO Bamberg und zur Kampagne „Marie macht’s“. Im Mittelpunkt stand die Frage, was es auch heute bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und sich für eine solidarische und demokratische Gesellschaft einzusetzen.

Die AWO Bamberg: Seit 1921 sozial engagiert

Die Geschichte der AWO Bamberg reicht dabei selbst mehr als 100 Jahre zurück. Bereits am 17. Februar 1921 wurde der „Verein für Arbeiterwohlfahrt“ in Bamberg gegründet. Damit wurde die Idee von Marie Juchacz auch vor Ort aufgegriffen und in konkrete soziale Arbeit übersetzt. Nach der Wiedergründung des „Vereins für Arbeiterwohlfahrt Bamberg“ im Juli 1946 entwickelte sich der Verband kontinuierlich weiter. Heute gehört der AWO Kreisverband Bamberg Stadt und Land e. V. zu den größten sozialen Trägern in Oberfranken. Rund 1.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende engagieren sich in den Bereichen Kinder- und Jugend, Pflege, psychosoziale Hilfen, Migration, Beratung, Betreuung und Bildung. 

Über all die Jahrzehnte hinweg ist der Grundgedanke dabei derselbe geblieben: Menschen stärken, Teilhabe ermöglichen und soziale Verantwortung gemeinsam übernehmen. Was mit dem mutigen Engagement einzelner Menschen begann, ist heute eine starke Gemeinschaft, in der hauptamtlich und ehrenamtlich Engagierte gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft eintreten.

„Marie macht’s“: Engagement beginnt mit dem Mitmachen

Genau hier setzt auch die Kampagne „Marie macht’s“ an. Sie erinnert an Marie Juchacz und ihr Wirken, richtet den Blick aber zugleich ganz bewusst auf die Gegenwart. Denn gesellschaftliches Engagement braucht auch heute Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden. „Marie macht’s“ möchte dazu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen und das eigene Umfeld mitzugestalten. Dabei steht „Marie macht’s“ für die Überzeugung, dass jede und jeder etwas bewegen kann. So wird aus dem historischen Vorbild Marie Juchacz eine Botschaft für die Gegenwart: Marie macht’s – und wir machen mit.

Gelebte Teilhabe beim gemeinsamen Kinoabend

Dass Teilhabe ganz konkret ermöglicht und gelebt werden kann, zeigte sich auch beim Kinoabend selbst. In Zusammenarbeit mit Care im Quartier – Stadtteilbüro Gartenstadt ermöglichte die AWO ihren Senior*innen aus dem Betreuten Wohnen in der Gartenstadt die Teilnahme an der Veranstaltung. 

Fragen und Kontakt:

Anna Zarling

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

presse@awo-bamberg.de

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