Auf A WOrt: Wenn kleine Wünsche große Freude schenken

 

Oberhaid/ Bamberg. Mit dem Wunschbaumprojekt erfüllt die AWO Sozialnetzwohnanlage Oberhaid Herzenswünsche ihrer Bewohner*innen. Im Interview spricht Einrichtungsleitung Jasmin Benkert darüber, wie die Idee entstanden ist und wie gemeinschaftliches Engagement älteren Menschen besondere Momente der Freude schenkt.

Wie ist die Idee zu dem Projekt „Wünsche werden wahr“ entstanden?

Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, unseren Bewohnerinnen und Bewohnern nicht nur eine gute pflegerische Versorgung zu bieten, sondern ihnen auch besondere Momente und emotionale Erlebnisse zu ermöglichen. Im Alltag merkt man oft, wie wichtig kleine und große Herzenswünsche für das persönliche Wohlbefinden sind. Daraus entwickelte sich der Gedanke, ein Projekt ins Leben zu rufen, das genau diesen Wünschen Raum gibt und sie, wenn möglich Wirklichkeit werden lässt.

 Welche Rolle spielte Ihre Weiterbildung zur Einrichtungsleitung bei der Entwicklung des Projekts?

Im Rahmen meiner Weiterbildung zur Einrichtungsleitung habe ich mich intensiv mit Themen wie Lebensqualität, Bewohnerorientierung und moderner Führungskultur beschäftigt. Dabei wurde mir noch bewusster, wie wichtig individuelle Betreuung und soziale Teilhabe im Pflegealltag sind. Die Weiterbildung hat mich darin bestärkt, eigene Ideen zu entwickeln und Projekte umzusetzen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. „Wünsche werden wahr“ ist daraus entstanden.

Was genau verbirgt sich hinter dem Wunschbaum? Wie funktioniert er?

Der Wunschbaum ist ein zentraler Bestandteil des Projekts. Bewohnerinnen und Bewohner können dort persönliche Wünsche äußern, entweder selbst oder mit Unterstützung von Mitarbeitenden und Angehörigen. Die Wünsche werden mit Namen auf Karten festgehalten und am Wunschbaum angebracht. Anschließend prüfen wir gemeinsam im Team, wie sich diese Wünsche umsetzen lassen. Dabei geht es oft um kleine Gesten, manchmal aber auch um ganz besondere Erlebnisse.

 Welche Art von Wünschen wird dort gesammelt?

Die Wünsche sind ganz unterschiedlich und reichen von kleinen Alltagserlebnissen bis hin zu lang gehegten Herzenswünschen. Manche Bewohner wünschen sich ein bestimmtes Essen, einen Ausflug, Musik oder z.B. auch einfach mal wieder das spielen mit einem Hund. Andere möchten noch einmal einen besonderen Ort besuchen oder ein Erlebnis aus früheren Zeiten wieder aufleben lassen. Gerade diese persönlichen Erinnerungen haben oft eine große emotionale Bedeutung.

Gab es einen Wunsch, der Sie besonders berührt oder überrascht hat?

Besonders berührend ist für mich, wie bescheiden viele Wünsche sind. Oft geht es nicht um große Dinge, sondern um emotionale Momente, Erinnerungen oder das Gefühl, gesehen zu werden. Ein Wunsch, der mich besonders bewegt hat, war der Wunsch einer Bewohnerin, noch einmal nach Bamberg ins Schlenkerla zu fahren und dort ein Rauchbier zu trinken. Daran hat man gesehen, wie stark Erinnerungen und persönliche Lebensgeschichten mit bestimmten Orten verbunden sind.

Der Wunsch einer Bewohnerin, noch einmal das Schlenkerla in Bamberg zu besuchen und ein Rauchbier zu trinken, wurde Wirklichkeit – wie kam es zur Umsetzung?

Nachdem die Bewohnerin ihren Wunsch geäußert hatte, haben wir gemeinsam im Team überlegt, wie wir ihn realisieren können. Wichtig war dabei eine gute Organisation und Abstimmung mit Angehörigen sowie Mitarbeitenden. Uns war schnell klar, dass dieser Wunsch eine große persönliche Bedeutung für die Bewohnerin hatte. Deshalb wollten wir alles daransetzen, ihr dieses Erlebnis zu ermöglichen. Mit viel Engagement und Unterstützung konnte der Ausflug schließlich umgesetzt werden.

Wie haben Sie den Moment erlebt, als der Wunsch erfüllt wurde?

Das war ein sehr emotionaler und besonderer Moment. Die Freude und Dankbarkeit der Bewohnerin zu erleben, war für alle Beteiligten bewegend. Man hat gesehen, wie viel Lebensfreude und Erinnerungen durch diesen Ausflug wieder geweckt wurden. Solche Momente zeigen uns, dass unsere Arbeit weit über die reine Versorgung hinausgeht und dass Menschlichkeit und persönliche Erlebnisse einen enormen Wert haben.

 

Welche Bedeutung haben solche Herzenswünsche für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner?

Herzenswünsche tragen wesentlich zur Lebensqualität bei, weil sie den Menschen in ihrer Individualität wahrnehmen. Sie stärken das emotionale Wohlbefinden, fördern soziale Teilhabe und schaffen positive Erinnerungen. Gerade im Pflegealltag sind solche besonderen Momente wichtig, um Freude, Selbstbestimmung und persönliche Wertschätzung zu vermitteln. Oft sind es genau diese Erlebnisse, die lange in Erinnerung bleiben.

 Welche Pläne haben Sie für die Zukunft von „Wünsche werden wahr“?

Für die Zukunft wünsche ich mir, das Projekt weiter auszubauen und noch mehr Bewohnerinnen und Bewohnern besondere Erlebnisse ermöglichen zu können. Außerdem möchten wir Angehörige, Ehrenamtliche und regionale Partner stärker einbinden, um gemeinsam Wünsche zu erfüllen. Langfristig soll „Wünsche werden wahr“ ein fester Bestandteil unserer Einrichtungskultur bleiben und zeigen, wie wichtig Menschlichkeit und individuelle Betreuung in der Pflege sind.

 

 

Fragen und Kontakt:

Anna Zarling
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
presse@awo-bamberg.de

Form titled 'Auch im Alter bleibt Raum für Wünsche' for residents to share personal wishes, with checkboxes (Bewohner, Angehörige, Betreuung/Pflege) and spaces for Name, Datum; decorative hearts, flowers, a camera and a cup of coffee on the right.
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